29 Dezember 2008

Schöne Dinge, die man mitten im Winter mit einem /8 machen kann

Bei Sonnenuntergang an der Wohnung der Herzensdame parken und vor dem gemeinsamen Spaziergang zum Italiener den /8 von ihr streicheln lassen.

Auf der Autobahn fahren und fröhlicher als alle anderen sein.

Den /8 einfach so ein paar Stunden vors Haus stellen. Dabei aber ab und zu nachgucken, ob er noch da ist. Natürlich ist er.

Bei minus vier Grad die /8-Heizung ganz aufdrehen und die hereinstrahlende Wintersonne sanft mit der Klimaanlage ankühlen.



Nachts fahren. Im /8 immer etwas ganz besonderes.

Kurzum: Es lebt sich einfach glücklicher mit einem /8. Auch im Winter.

28 Dezember 2008

Minus vier Grad, die Sonne scheint

Was macht man wohl an so einem Tag?



Der blaue /8 wurde gegen Mittag etwas unvermittelt aus seiner Ruhe geweckt, ausgemacht hat es ihm nichts. Ganz im Gegenteil, er benahm sich überaus entgegenkommend. Kein Klappern, kein Rappeln. Alle Lebensgeister vollzählig angetreten.

Das gebrauchte Automatikgetriebeöl dieses Autos verkaufe ich übrigens demnächst in Flaschen auf eBay: Getriebeöl des am Besten schaltenden /8-Automatikgetriebes auf der Welt...

26 September 2008

Ein gestrenger Baurat



Ein gestrenger Baurat blickte heute unter die Haube des blauen /8. Ziemlich genau ein Jahr zu spät fuhren wir zusammen zur Hauptuntersuchung. Nach der gewissenhaften Prüfung wollte der Baurat dann unbedingt eine kleine Runde mit dem blauen /8 drehen, ausnahmsweise durfte er das auch - der Job bringt Vorteile mit sich. Der blaue /8 durfte sich anschließend über das Testat "ohne Mängel" freuen - zum sechsten Mal in Folge. Anschließend nahm ich ihn mit nach Hause, große Ereignisse werfen mal wieder ihren Schatten voraus.

24 August 2008

Ein rundes Jubiläum

Heute vor genau zehn Jahren hat Frau Loedige beschlossen, mir ihren Mercedes-Benz 240D zu verkaufen. Und so fahren wir, der blaue /8 und ich, nun schon so viele Jahre zusammen durch die Welt. Ein wenig brauchen wir noch, bis wir die Vertrautheit von 23 gemeinsam verbrachten Jahren haben, wie der blaue /8 und Frau Loedige sie hatten. Nach so vielen Jahren verabschiedet man sich von seinem Mercedes. Das war damals, 1998.




Frau Loedige hat, solange sie noch lebte, jedes Jahr von mir mit der Weihnachtskarte ein paar Bilder von ihrem Mercedes bekommen. Und sie hat sich, erzählte mir ihre Enkeltochter, sehr darüber gefreut.

Was haben der blaue /8 und ich seitdem nicht alles erlebt? Wir waren zusammen auf dem Bodensee und in der Schweiz und lange in Würzburg, wo er mein einziges Fahrzeug war. Wir haben die Kunst der Hohlraumkonservierung zusammen gelernt. Er hat in Düsseldorf in meiner feuchten Garage gestanden und dann in einer Luxuswohnanlage. Er hat uns nach Nord und Süd gefahren, im Hochsommer bei 35 Grad angenehm gekühlt und im Herbst den Ingwerduft aus seiner Heizung verströmt, er hat seinen 30. Geburtstag erlebt und ist vom gestrengen Baurat zum Oldtimer ernannt worden, er war mit mir drei Wochen in Italien, wovon wir heute noch zehren, und seit einiger Zeit hat er es ruhig, gemütlich und sicher, mit regelmäßigem Katzenbesuch, in meiner kleinen Schrauberhalle.

Einer langen, glücklichen gemeinsamen Zukunft steht nichts im Wege.

29 Juni 2008

Er fährt auch noch

Der blaue /8 tat mir so leid, also haben wir eine kleine Runde zusammen gedreht bei dem schönen Wetter, damit er wenigstens die Straße mal wieder sieht. Alles funktioniert wie gewohnt perfekt. So ein treuer Gefährte. Und so vernachlässigt. TÜV war letztes Jahr irgendwann fällig. Das muss dringend in Angriff genommen werden, erst recht wo keinerlei Probleme dabei drohen.

09 Februar 2008

Frühling im Februar

Die Wettervorhersage hatte die Idee, diesen Wintertag in ein ganzes Frühlingswochenende auf einmal zu verwandeln.

Felix hatte die Idee, mit einer Currywurst einen großen Erfolg zu feiern. Ich hatte den Grund dazu. Und so haben wir den blauen /8 aus der Halle geholt und ihm ganz vorsichtig das Frühlingslicht gezeigt. Und wie er sich gefreut hat! Ein paar Kilometer hat er die Knochen ausgeschüttelt und dann eine schöne Runde mit uns gedreht, von Essen nach Bochum und dann zur Zeche Zollern in Dortmund. Auf dem Förderturm ein wunderbarer Blick, warm sonnen wir uns dort oben und der /8 unten auf dem Parkplatz. Im untergehenden Sonnenlicht schnurrt der blaue /8 nach Düsseldorf und wir besuchen noch Felix den Bildhauer in seinem Atelier im Stahlwerk.





Von dort ging es auf eine nächtliche Tour durch die Stadt. Glitzernder Stern unter pechschwarzem Nachthimmel.



Leben. So geht es.

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14 September 2007

Klapper Kleb Schweig Freu

Diese vier Erikative beschreiben die heutige Arbeit sehr schön. Seit dem gemeinsamen Urlaub 2005 in Italien klapperte es im blauen /8 hinter dem Handschuhfacheinsatz im Armaturenbrett. Das Geräusch war drehzahlabhängig und wurde bei eingeschalteter Klimaanlage lauter ("Klapper"). Deshalb haben Felix und ich den Handschuhfacheinsatz mal vorsichtig ausgebaut und einen Blick dahinter geworfen. Dort befindet sich das Expansionsventil der Klimaanlage und sah so aus:



Rechts unterhalb der Bildmitte sieht man, dass die Wärmeisolierung der Klimaleitung am Expansionsventil von dem darauf liegenden Handschuhfacheinsatz durchgescheuert wurde und der Einsatz schließlich direkten mechanischen Kontakt mit der Leitung hatte. Vermutlich durch Alterung hatte das Isoliermaterial etwas von seiner Elastizität verloren, so dass die Schwingungen der Leitung auf den Einsatz und dann das Armaturenbrett übertragen wurden.

Mit ein wenig selbstklebendem Schaumstoff wurde das Problem pragmatisch und effektiv gelöst ("Kleb"):



Nach dem Zusammenbau kamen dann in schneller Folge "Schweig" und "Freu". Alles ruhig. Bei der anschließenden Probefahrt bestach das Fahrzeug dann wie immer mit seidig schaltender Automatik, straffem Fahrwerk, eiskalter Klimaanlage, spielfreier Lenkung, knackigen Bremsen und selbst im 32. Jahr nun völlig klapper- und knisterfreiem Innenraum. Ein Mercedes eben, von der alten Schule.

Es bleibt ein befriedigendes Gefühl der Solidität. Der Handschuhfacheinsatz wird mit fünf grauen Spreizklammern aus Plastik gehalten, die jeweils mittels eines winzigen grauen Stifts gespreizt werden. Auf einem Ende dieser Stifte befindet sich jeweils dann ein winziger Mercedesstern. Und die Spreizklammern selber haben ein ganz leichtes Oberflächenmuster. Unglaubliche Liebe zum Detail.

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